Wie wir Freunde wurden: Eine Serie über Freundschaften, die sich während der aktiven Zeit oder auch im Ruhestand entwickelten. Den Anfang machen Rosi und Andrea, gefolgt von Horst und Walter!
Schneeball im Bett - Rosi & Andrea

Vor 26 Jahren lernten sie sich kennen! Ihre Freundschaft hat für Andrea Thegelkamp (links) und Rosi Koch einen besonderen Stellenwert in ihrem Leben.
Ihre erste gemeinsame Vorliebe entdeckten Rosi Koch und Andrea Thegelkamp schon bald nach ihrer ersten Begegnung vor mehr als 25 Jahren: Jedesmal, wenn die Süßigkeiten-Schale auf dem Sidebord in ihrem Büro neu befüllt wurde, suchten beide nach ein- und derselben Sorte Konfekt aus Lakritz und braunem Schaumzucker. Kein Wunder also, dass diese Sorte jedes Mal schnell zu Neige ging. „Die letzten haben wir uns immer geteilt“, erinnert sich Rosi. Sie hatte schon viele Jahre bei Henkel in den Finanzen gearbeitet, als Andrea im Jahr 2000 ihren ersten Arbeitstag bei Henkel hatte und fortan das Team von Rosi und ihren Kolleg:innen verstärkte. Dass es neben den Süßigkeiten noch viele weitere Gemeinsamkeiten und erstaunliche Koinzidenzen gab und gibt, fanden sie schnell heraus: So war der Tag, an dem Rosi ihren ersten Arbeitstag bei Henkel hatte – der 1. Juli 1968 – genau der Tag, an dem Andrea das Licht der Welt erblickte. Vor allem aber verbindet sie derselbe Sinn für Humor: „Wir fanden im ganz normalen Büroalltag viele Situationen urkomisch und brachen oft gleichzeitig in Gelächter aus“, erzählt Andrea. „Sicherlich war das für alle anderen im Raum manchmal etwas irritierend.“
Von Anfang an mochten sich die beiden als Kolleginnen, und innerhalb weniger Jahre entwickelte sich aus dieser Sympathie eine tiefe Freundschaft: „Seit wir uns kennen, führen wir wunderbare, tiefschürfende Gespräche“, nennt Rosi ein Kernelement ihres Miteinanders. „Wir haben ein ehrliches Interesse am gegenseitigen Wohlergehen und unterstützen uns bestmöglich.“ Gleichzeitig haben Rosi und Andrea ein diebisches Vergnügen, einander Streiche zu spielen. Andreas Highlight: „Vor vielen Jahren waren wir im März auf Rügen im Urlaub. Da hat es heftig geschneit. Spätabends, als Rosi gerade im Bad war, habe ich ihr einen frisch gerollten Schneeball ins Bett gelegt.“
Während Rosi nach 42 Jahren bei Henkel 2007 in die passive Phase der Altersteilzeit eintrat, folgten für Andrea ab 2009 weitere berufliche Stationen: Unter anderem arbeitete sie im Jugendreferat der evangelischen Kirche. Die beiden blieben weiterhin in engem Kontakt und halfen einander auch durch schwierige Lebensphasen. „Es war Rosi, die dafür gesorgt hat, dass ich mich mit 55 Jahren auf die Warteliste für die Dr. Konrad Henkel Wohnanlage eingeschrieben habe“, berichtet Andrea. „Zum Dank tanze ich ihr jetzt buchstäblich auf dem Kopf herum!“ Denn vor kurzem wurde in der Senioren-Wohnanlage eine Wohnung genau über der von Rosi frei – wieder eine erstaunliche Fügung. „Dass wir nun Nachbarinnen sind, ist ein neues Element in unserer Freundschaft“, konstatiert Rosi. Sie fasst in Worte, wovon beide überzeugt sind: „Unsere lange vertrauensvolle Zuneigung und unsere gegenseitige Unterstützung haben dazu beigetragen, dass jede von uns an Selbstvertrauen und Selbstsicherheit gewonnen hat. So stark und zuversichtlich, wie ich es heute bin, wäre ich ohne Andrea wohlmöglich nicht geworden.“
Seite an Seite an der Werkbank - Horst & Walter

Sie könnten Vater und Sohn sein, sind sie aber nicht, sondern einfach gute Freunde: Horst Martin (links) und Walter Gondek.
Wie lange sie sich schon kennen? Horst Martin und Walter Gondek wechseln einen kurzen Blick, ihre Antwort kommt wie aus einem Mund: „Schon immer!“ Horst erklärt, wieso: „Walters Vater Meinhard und ich waren Kollegen bei der Werkfeuerwehr Henkel. Als bei seiner Frau Marlies am 6. Januar 1959 die Wehen einsetzten, gab sie uns Bescheid. Meinhard und ich holten sie mit dem Krankenwagen der Werkfeuerwehr ab und brachten sie zur Entbindungsstation. Walter war nicht das erste Kind der jungen Familie, aber Meinhard war so aufgeregt, dass ich sicherheitshalber darauf bestand, den Wagen zu fahren.“
Für Walter wiederum war Horst für lange Zeit einfach einer der vielen Feuerwehrfreunde seines Vaters. „Die Werkfeuerwehr war damals eine eingeschweißte Gemeinschaft“, verdeutlicht Horst. „Wir hatten alle eine handwerkliche Ausbildung und haben uns gegenseitig bei jedem Bau- und Renovierungsprojekt geholfen. Wenn es was zu feiern gab, wurden selbstverständlich nicht nur Familienangehörige, sondern auch die Feuerwehrkollegen eingeladen. Wir waren allesamt wie eine große Familie.“ Er selbst war 1954 als gelernter Werkzeugmacher in die Mannschaft gekommen. „Ich bin in Thüringen aufgewachsen und wollte eigentlich Büchsenmacher werden, das war in meiner Heimatregion ein Handwerk mit einer langen und hochangesehenen Tradition“, ruft der 96-jährige Horst seine Teenagerzeit in Erinnerung. „Aber unter der alliierten Besatzung in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war eine Ausbildung in diesem Beruf nicht mehr möglich. Werkzeugmacher kam meinem Wunsch am nächsten, und so entschied ich mich für diese Ausbildung. Dass ich damit einige Jahre später in Düsseldorf bei der Werkfeuerwehr Henkel einsteigen würde, konnte ich nicht ahnen, aber genauso kam es.“
Der kleine Walter wuchs heran, und auch er entschied sich bei seinem Berufseinstieg 1973 für einen Arbeitsplatz bei Henkel – allerdings nicht bei der Werkfeuerwehr, sondern in der Technik. „Beruflich hatten Horst und ich also eher selten miteinander zu tun, aber wir sahen uns bei Familienfeiern und anderen Anlässen“, erinnert sich Walter. „Natürlich bekam ich mit, dass er 1993 in den Ruhestand gegangen war und ein paar Jahr später schon wieder aktiv wurde, nun im ehrenamtlichen Team der Pensionärs-Werkstatt. Dort habe ich – ebenso wie einige meiner Kollegen – ab und zu mal reingeschaut. Wir waren beeindruckt von der Arbeit, die dort jeden Mittwoch geleistet wird. Für mich war klar: Wenn ich in den Ruhestand gehe, mache ich ebenfalls mit in der Werkstatt.“
2023 war es soweit: Nach 50 Jahren bei Henkel begann Walters nachberufliches Leben. Seither holt er jeden Mittwochmorgen Horst ab und fährt zusammen mit ihm zur Pensionärs-Werkstatt an der Niederheider Straße. Dort arbeiten die beiden Seite an Seite. Mit ihrem vielseitigen handwerklichen Geschick führen die Mitglieder der Pensionärs-Werkstatt Reparaturen für weniger versierte Pensionäre und deren Angehörige aus. Zum ehrenamtlichen Arbeitspensum des Teams zählen auch kleine Anfertigungen sowie größere Projekte für Kitas und Vereine.
Neben der Arbeit bleibt aber auch Zeit für Austausch und Gespräche. „Fast alle hier interessieren sich sowohl für Technik wie auch Politik, da geht uns der Gesprächsstoff nie aus“, sind sich Walter und Horst sicher. Der Altersunterschied zwischen den beiden ist so groß wie zwischen Vater und Sohn, doch die beiden nehmen dies gar nicht so wahr. Sie schätzen und mögen sich. Sie sind Freunde, und es kommt ihnen nicht in den Sinn, darüber viele Worte zu verlieren. Für Walter steht fest: „Horst ist für mich ein Vorbild, weil er so wach und interessiert ist, sich einbringt und aktiv am Leben teilnimmt.“
Weitere Freundschaftsgeschichten folgen in Kürze!