Montag, 14. Oktober 2019
Einstieg in die digitale Kommunikation

Smartphone – also schlaues, pfiffiges Telefon – was ist das eigentlich? Mini-Computer, Fotoapparat, Spielzeug oder doch Telefon? Auf jeden Fall wohl so faszinierend, dass zahllose Passanten schon gegen Straßenlaternen und Parkbänke gelaufen sind, weil sie den Blick nicht von dem Mini-Bildschirm wenden konnten.

Nun, telefonieren kann man damit auch, aber die anderen Möglichkeiten werden offenbar noch mehr angewandt.

Obwohl diese „Smarties“ mehr und mehr in Seniorenhänden zu sehen sind, stehen viele dieser modernen Technik noch skeptisch gegenüber. Selbst wer bereits ein solches Gerät besitzt, kann oftmals nicht viel damit anfangen, da eine Schulung fehlt.

Im Rahmen der Aktion „Digital gut vernetzt“ startete nun in der GdHP-Geschäftsstelle ein Smartphone-Kurs für Senior*innen als Pilotprojekt. Ziel war, erste Erfahrungen zu sammeln, um auch technisch versierte Henkel-Pensionäre anderer Standorte als Trainer für solche Kurse zu gewinnen.

Wie dieser erste Kurs bei den Teilnehmern ankam, wird in der „Netz“-Ausgabe 02.2019 ausführlich geschildert. Aber wie haben die Trainer das erlebt?

Nun, lesen Sie hier den ersten Erfahrungsbericht.

Thomas Brandt und ich hatten uns entschieden, gemeinsam diesen Kurs zu starten, da es von Anfang an klar war, dass einer alleine damit überfordert wäre, eine Gruppe von etwa 8 Personen zu trainieren. Und wie sich zeigte, zu Recht. Teilnehmer waren – der Einfachheit halber - erst einmal sechs Frauen und zwei Männer aus der umliegenden Wohnanlage, die ihre eigenen Smartphones mitbrachten.

Aber wie beginnen? Nach einigen Recherchen erstellte ich erst einmal eine schriftliche Anleitung für die Teilnehmer mit dem Ziel, nach diesen Unterlagen Schritt für Schritt vorzugehen. Als Erstes sollten die wichtigsten Smartphone-Einstellungen kennengelernt und optimiert werden. Dazu projizierte ich die Oberfläche meines Samsung-Smartphones auf den im Schulungsraum vorhandenen Großbildschirm und startete.

Schon die erste Überraschung. Acht Mal hieß es „Das sieht bei mir aber ganz anders aus“. Also erst einmal die Präsentation stoppen und sich die Smartphones der Kursteilnehmer ansehen. Da sich der Startbildschirm von jedem Benutzer nach Belieben einrichten lässt, war klar, dass dieser überall anders aussieht. Aber was Thomas und ich nicht erwartet hatten, waren die krassen Unterschiede in der Menüführung, obwohl fast ausschließlich Samsung- und Huawei-Geräte verwendet wurden. Allerdings mit Android-Versionen von 4.4 bis 9.0.

Waren bei den etwas erfahreneren Benutzern die wichtigsten Einstellungen wie WLAN, SIM-Karte, Bildschirm-Timeout, usw. relativ schnell gefunden, mussten bei den totalen Anfängern erst einmal Grundfunktionen wie beispielsweise Einschalten, Home-Button, Benutzung des Touchscreens, Telefonate führen und Gespräche annehmen geübt werden. Damit waren die vorgesehenen 90 Minuten Unterrichtszeit rasch vorbei. Hilfreich war zudem die Unterstützung von Reiner Hennigfeld als praktisch drittem Trainer, der seinen beiden Nachbarn links und rechts direkt helfen konnte.

2019 07 06 digitale fortbildung 06

Zwei Wochen später dann der zweite Teil, bei dem das Herunterladen und Anwenden von Apps aus dem PlayStore im Mittelpunkt stand. Zumindest hier stimmte die Ansicht meines Smartphones auf dem Monitor weitgehend mit der auf den anderen Geräten überein.

Also gemeinsam in den PlayStore eingestiegen und geschaut, was denn so von Interesse wäre. WhatsApp wollte jeder haben, falls es nicht schon bereits installiert war. Ansonsten Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel wie die Rheinbahn-App oder des gesamten VRR, dazu Wanderrouten-Tracker, natürlich Wettervorhersagen, auch Katastrophenwarn-Apps wie KatWarn und NINA. Ein Routenplaner wie Google Maps ist normalerweise schon vorinstalliert, eine nicht so neugierige Alternative dazu ist HERE WeGo. Dringend empfohlen sind auch die beiden von Stiftung Warentest mit „Gut“ bewerteten Antiviren-Programme AVG Antivirus free und Sophos Mobile Security.

Wieder vergingen die 90 Unterrichtsminuten wie im Flug.

Als wir merkten, dass vor allem die Anfänger doch noch weiteres Training benötigten, vereinbarte ich mit Thomas kurzentschlossen eine Zusatzschulung zwei Wochen später, bei der immer noch eine weitgehende 1:1-Betreuung erforderlich war.

Kurz zusammengefasst: Sinnvoll wäre eine Trennung der totalen Anfänger von den etwas geübteren Teilnehmern. Bei 8 bis 10 Kursteilnehmern sind mindestens 2 bis 3 Trainer erforderlich. Schriftliche Schulungsunterlagen zum Nachlesen des Gelernten sind sehr hilfreich, sollten aber so allgemein gehalten werden, dass sie auch weitgehend auf die unterschiedlichsten Smartphones und Android-Versionen zutreffen. (Der erste Entwurf zum Kurs wird jetzt überarbeitet.)

Wichtig ist, alles ausführlich und langsam durchzugehen, im Zweifelsfalle immer wiederholen, technische Ausdrücke, vor allem englische, verständlich erklären und vor allem niemals den Eindruck vermitteln, der Kursteilnehmer würde es sowieso nicht verstehen.

Und das Ergebnis: Den Trainern hat es Spaß gemacht und die Kursteilnehmer waren nach eigenem Bekunden hoch zufrieden.

Übrigens, unter Mediathek/Dokumentenpool/Verschiedenes habe ich ein kleines Glossar zum Smartphone Kurs zusammengestellt.

Armin Friesendorf

Digitale Fortbildung

Vorstands- und GK-Anmeldung

Diese Webseite verwendet Cookies, um das Webangebot nutzerfreundlicher, effektiver und sicherer zu machen. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie dem Einsatz von Cookies zu.
Über Cookies und Datenschutz Ok