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Voneinander lernen

Voneinander lernen

DIGITALISIERUNG: Die Chancen und Herausforderungen der digitalen Technologien waren ein Schwerpunkt-Thema beim Gruppenkontakter-Treffen 2018.

Mit der Zeit gehen – das erfordert im Zeitalter der Digitalisierung einen forschen Schritt.  Viele Pensionäre haben digitale Geräte wie Notebook, Smartphone und Navi längst in ihren Alltag integriert und nutzen sie gern als Informationsquelle und zur Kommunikation auf zahlreichen Kanälen. Andere verspüren bislang wenig Neigung, sich mit digitaler Technologie zu beschäftigen. Dies zu ändern und auch bei weniger Technik-affinen Pensionären Neugier auf die Möglichkeiten der digitalen Welt zu wecken, war ein gemeinsames Anliegen des GdHP-Vorstands und der Referenten beim Gruppenkontakter-Treffen 2018 in Düsseldorf. Sie beleuchteten das Thema DIGITALISIERUNG unter unterschiedlichen Gesichtspunkten.

Kathrin Menges„Bei der Digitalisierung am Ball zu bleiben, ist für jeden von uns eine Herausforderung, denn die Entwicklung verläuft so rasend schnell“, räumte Simone Bagel-Trah in ihrem Grußwort an die Pensionäre bereitwillig ein. Die Vorsitzende des Gesellschafter-Ausschusses und des Aufsichtsrats von Henkel regte an, bei Bedarf junge Leute zu Rate zu ziehen: „Den Austausch mit den jüngeren Generationen halte ich für sehr wichtig“, schrieb sie. „Wir können gegenseitig voneinander lernen.“ Diesen Gedanken griff auch Personalvorstand Kathrin Menges in ihrem Vortrag über die „Digitalisierung der Arbeitswelt“ auf: Um die neuen Technologien besser nutzen zu können, haben sich bei Henkel bereits 220 Senior Manager von meist deutlich jüngeren digitalen Talenten beraten und helfen lassen. Das „Reverse (= umgekehrtes) Mentoring“ erweist sich als eine sehr wirkungsvolle Form des generationsübergreifenden Lernens.

Dieter DüsselIn seiner Abschiedsrede als scheidender erster Vorsitzender der GdHP berichtete Dieter Düssel auch von seinem persönlichen Lernprozess: „Ich gehöre der Generation an, die sich in der aktiven Phase nicht intensiv mit PC und Internet beschäftigt hat. Das hat sich schlagartig bei der Aufnahme der Tätigkeit im Vorstand geändert. Nicht, dass ich perfekt wäre mit dem PC. Aber: Excel und PowerPoint sowie Word sind für mich keine Fremdworte mehr, und ich werde diese Werkzeuge auch weiterhin nutzen. Ich bin täglich im Netz und verfolge natürlich auch unsere Internet-Seite. Das Smartphone möchte ich nicht mehr aus der Hand geben.“ Dieter Düssel ließ die Zuhörer aus gutem Grund an seinen Erfahrungen teilhaben: „Allen, die mit den digitalen Kommunikationsgeräten noch ein wenig fremdeln, möchte ich Mut machen. Ich hab‘ gelernt, damit umzugehen, Sie schaffen das auch!“

Doch führt Digitalisierung wirklich zu Verbesserungen im Alltag? Kathrin Menges geht davon aus, dass Mitarbeiter, die weniger Zeit für Routine-Aufgaben aufwenden müssen, kreativer und effizienter arbeiten können. In der Produktion entlastet moderne Robotik die Mitarbeiter vor allem von körperlich anstrengenden Tätigkeiten.

Daniel KleineEin anderes Beispiel, wie Digitalisierung konkrete Verbesserungen ermöglicht, präsentierte Daniel Kleine, President Henkel Deutschland und Leiter der Infrastructure Services sowie des Standorts Düsseldorf: In seinem Beitrag „Neues vom Deutschland-Chef“ berichtete er, dass das Ideenmanagement seit der Einführung einer digitalen Shopping Card erheblich mehr Verbesserungsvorschläge von den Mitarbeitern erhält als zuvor. Auch die Realisierungsquote – also der Anteil der umgesetzten Vorschläge – und die damit erzielten Netto-Einsparungen für das Unternehmen sind deutlich gestiegen. „Für jeden realisierten Vorschlag erhält der Einreicher wie bisher eine Prämie, deren Höhe von der erzielten Kosteneinsparung abhängt“, erklärte Daniel Kleine. „Aber darüber hinaus können die Mitarbeiter immer auch kleinere Sonderprämien erzielen, vor allem bei Kampagnen des Ideenmanagements zu unterschiedlichen Schwerpunkten. Anders als früher werden diese Sonderprämien nicht mehr als Einkaufsgutscheine für den Intern-Verkauf Henkel ausgegeben, sondern auf die neue Shopping Card ‚gebucht‘. Die Karte kann in über 19.700 Geschäften, Tankstellen, Restaurants und Online-Shops zum Bezahlen genutzt werden.“

Ulrich LehnerUlrich Lehner ließ beim Thema Digitalisierung seine erhobenen Hände sprechen: Mit allen Fingern in Bewegung wies das GdHP-Ehrenmitglied darauf hin, dass das Wort digital, bei dem heute jeder an Computerprozesse denkt, eine ganz andere Wurzel hat. Das lateinische Wort „digitalis“ bedeutet „zum Finger gehörig“ und verweist darauf, dass Finger auch zum Zählen genutzt werden können. Seinem humorvollen Seitenhieb auf den inflationären Gebrauch von Schlagwörtern – wie zum Beispiel Digitalisierung – folgte eine zutiefst ernste Betrachtung der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen. Ulrich Lehner ging das Thema unter einer Reihe von Aspekten an – einschließlich der Verantwortung für Sozialpartnerschaft und Nachhaltigkeit nicht nur seitens der Unternehmen, sondern aller gesellschaftlichen Kräfte. „Bei Henkel haben wir dafür ordentliche Sensoren“, ist er überzeugt. „Nachhaltigkeit praktizieren wir seit den Anfängen des Unternehmens und Mitbestimmung durch die Mitarbeitervertretung seit mehr als 100 Jahren.“

Text: Anja Schrieber
Fotos: Daniel Koke

 

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